Hilde Coppi im Berliner Frauengefängnis
Veranstaltung - Hilde Coppi im Berliner Frauengefängnis
- Titel:
- Hilde Coppi im Berliner Frauengefängnis
- Wann:
- Do, 12. November 2026, 19:00 h - 21:00 h
- Event timezone:
- Europe/Berlin
- Kategorie:
- Vorträge/Lesungen
- Autor:
- FRAUENTOUREN
Beschreibung
Hans Coppi jr.: Annäherung an meine Eltern Hans und Hilde Coppi
BUCHVORSTELLUNG der Herausgeberin Dr. Geertje Andresen, Historikerin und Kollegin von Hans Coppi, jr.
Hilde Coppi im Berliner Frauengefängnis
VORTRAG von Claudia v. Gélieu, Autorin von: Barnimstraße 10.
Das Berliner Frauengefängnis 1868-1974, Berlin 2014
LESUNG aus den Briefen von Hans und Hilde Coppi
Schauspielerin Ruth Reinecke
Das Buch ist erschienen im Verlag Walter Frey, https://wedding-buecher.de/ und kann bei der Veranstaltung erworben werden.
Eine Veranstaltung von Frauentouren
Gefördert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung
Die Veranstaltung findet am Gedenkort Berliner Frauengefängnis Barnimstraße, Weinstraße 2, 10249 Berlin, statt, wo Hilde Coppi 1942/43 inhaftiert war und Hans Coppi jr. zur Welt brachte.
Eintritt frei, um eine Anmeldung wird gebeten:
Im September 1942 werden Hans und Hilde Coppi verhaftet. Sie gehören zu einem Widerstandsnetzwerk, das von der Gestapo unter dem Fahndungsbegriff „Rote Kapelle“ dem sowjetischen militärischen Nachrichtendienst in Westeuropa zugeordnet wird. Vom Reichskriegsgericht, dem obersten Gericht der Wehrmacht, werden sie zum Tode verurteilt.
Im Berliner Frauengefängnis Barnimstraße bringt Hilde Coppi am 27. November 1942 ihren Sohn Hans zur Welt. Sie kann ihr Kind noch einige Monate stillen, ehe sie am 5. August 1943 in Berlin-Plötzensee unter dem Fallbeil stirbt. Hans Coppi wird dort bereits am 22. Dezember 1942 enthauptet.
Hans Coppi jr. hat seine Eltern nie kennengelernt. Er wächst in der DDR auf, kennt vor allem die offizielle Darstellung seiner Eltern und wird wegen deren Widerstandstätigkeit zur öffentlichen Person. Erst Ende der 1980er-Jahre beginnt er, das Wirken seiner Eltern zu erforschen. Nach dem Mauerfall arbeitet er an der Gedenkstätte Deutscher Widerstand an diesem Thema weiter. In zahlreichen Archiven kann er ihm bislang unbekannte Dokumente einsehen, Fakten über seine Eltern erfahren und ist mit Büchern und Ausstellung an der Dekonstruktion der angeblich kommunistischen Spionageorganisation „Rote Kapelle“ beteiligt.
Ausführliche Biographien über seine Eltern zu schreiben, ist Hans Coppi jr. aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich. Seine als langjährige freie Mitarbeiterin der Gedenkstätte Deutscher Widerstand enge Kollegin hat die Historikerin Dr. Geertje Andresen in Absprache mit ihm aus seinem Vorlass mehrere Arbeiten über Hans und Hilde Coppi und die „Rote Kapelle“ in einer Publikation herausgegeben, die sie an diesem Abend vorstellt.
Die Frauengeschichtsforscherin Claudia von Gélieu vom Netzwerk Frauentouren, die die Geschichte des Berliner Frauengefängnis aufgearbeitet hat, berichtet in ihrem Vortrag über Hilde Coppi auf der Mutter-Kind-Station der Haftanstalt.
Die Schauspielerin Ruth Reinecke liest aus im Buch veröffentlichten Briefen, die aus den Todeszellen von Hans Coppi an seine Frau und Hilde Coppi an ihre Mutter und ihre Schwiegereltern 1942/43 geschrieben wurden.